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 Rainer Breitrück, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mülheim und OberhausenRainer Breitrück, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mülheim und Oberhausen

 

Häufige Fragen zum Arbeitsrecht

Habe ich bei einer Kündigung Anspruch auf eine Abfindung?

Nein. Ein gesetzlicher Anspruch auf Abfindungszahlung nach Kündigung besteht nicht. Gleichwohl endet ein Großteil der arbeitsgerichtlichen Kündigungsstreitigkeiten mit einem Vergleich, in welchem sich der Arbeitgeber zu einer Abfindung verpflichtet. Dieses ist allerdings immer Verhandlungssache.

Kann ich "im  Krankenschein" gekündigt werden?

Ja. Auch während der Arbeitsunfähigkeit können beide Arbeitsvertragsparteien das Arbeitsverhältnis im Wege der Kündigung beenden.

Muss ich vor einer Kündigung drei Abmahnungen erhalten?

Nein. Weder ist die dritte Abmahnung gleichbedeutend mit einer Kündigung, noch muss vor Ausspruch einer Kündigung dreimal abgemahnt werden. Eine schematische Regelung existiert nicht. Je nach Schwere des arbeitsvertragswidrigen Fehlverhaltens kann bereits nach einmaliger Abmahnung oder auch ohne vorhergehende Abmahnung gekündigt werden. Andererseits kann auch bei vorhergehenden Abmahnungen nicht wirksam gekündigt werden, wenn der Kündigungsgrund einen anderen Sachverhalt betrifft als das bisher abgemahnte Verhalten.

Habe ich als 450-Euro-Kraft Rechte?

Auch geringfügig Beschäftigte (sogenannte 450-Euro-Kräfte oder "Mini-Jobber") haben arbeitsrechtlich dieselben Rechte wie alle anderen Arbeitnehmer. Sie können unter denselben Voraussetzungen gekündigt werden, haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, sie bekommen bezahlten Urlaub etc.

Kann man mündlich, per E-Mail, SMS oder WhatsApp eine Kündigung aussprechen?

Nein. Eine Kündigung bedarf immer der Schriftform. Dies bedeutet, dass auf einem vom  Kündigungsberechtigten handschriftlich unterschriebenen Schriftstück eindeutig der Wille zum Ausdruck gebracht werden muss, dass das Arbeitsverhältnis über einen benannten oder aus dem Inhalt der Kündigung bestimmbaren  Zeitpunkt hinaus nicht fortgeführt werden soll. Dieses Kündigungsschreiben muss dem  zu Kündigenden nachweisbar zugegangen sein. Ab diesem Zeitpunkt läuft dann die Kündigungsfrist.

Muss ich gegen eine Kündigung vorgehen?

Eine Kündigung gilt - unabhängig von ihrem Inhalt - mit Ablauf von drei Wochen nach dem Zugang als  rechtswirksam, wenn man nicht innerhalb dieser Frist dagegen Klage vor dem Arbeitsgericht erhoben hat. Ein schriftlicher Widerspruch beim Kündigungsgegner oder gar ein mündlicher "Protest" gegen die Kündigung sind nicht ausreichend.

Wie lange kann ich Ansprüche geltend machen?

Soweit es nicht um den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses geht, kann man gegenüber dem (früheren) Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber  grundsätzlich Ansprüche innerhalb von 3 Jahren nach Fälligkeit geltend machen. Ausnahmen bestehen dann, wenn ein Tarifvertrag auf das Arbeitsverhältnis Anwendung findet. Dann gelten meist sehr kurze Fristen für die Geltendmachung oder die Pflicht zur Klageerhebung. Da auf sehr viele Arbeitsverhältnisse Tarifverträge Anwendung finden und dieses sehr oft ohne Kenntnis von Arbeitgeber oder Arbeitnehmer der Fall ist, sollte man möglichst schnell einen Anwalt aufsuchen.

 

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